Historisches

Am 6. Februar 1893 beantragte Max Klee, ein Schlächtermeister aus Berlin, beim Bernauer Magistrat, zwei Morgen Wald rechts an der Wandlitzer Chaussee im Jagen 3 kaufen zu dürfen.
 
Bei seinen Ausflügen von Berlin war er mit seiner etwas kränkelnden Ehefrau oft bis zu diesem Waldfleckchen gelangt, und er beschloss, wegen der guten Luft, mit seiner Familie hierher zu ziehen und ein Restaurant zu eröffnen.
Zu dieser Zeit gab es in Bernau bereits 32 Gast-, Schank- und Speisewirtschaften, aber die Stadt Bernau war nicht abgeneigt, diesem Antrag zu entsprechen. Max Klee begann zu bauen. Es entstanden in kurzer Zeit ein Wohnhaus mit Restauration und ein großer Saal. Die Kaffeestube (heute der Raum mit den Tiffanyfenstern und -lampen) z.B. war mit vielen Geweihen geschmückt, denn Max Klee war Mitglied des Jagdvereins. Vor dem Haus befand sich ein Biergarten, hinter dem Haus gab es Tiergehege, einen Kinderspielplatz und Pavillons. Bedient wurde nur an Sonn- und Feiertagen und zu besonderen Anlässen, in der Woche war Selbstbedienung. Mittwochs gab es Tanz für die Jugend und am Sonntag für die reifere Jugend. So manches Pärchen lernte sich hier kennen und schloss den Bund für's Leben. 1915 wurde Max Klee durch den Hufschlag eines Pferdes so schwer verletzt, dass er kurz darauf starb.
 
Der zweit-geborene Sohn Paul hatte Koch gelernt. Er übernahm mit gerade 20 Jahren das Geschäft und führte es bis zu seinem Tode. Blaubeer- und Holzsammler machten im Garten Rast, "Familien konnten Kaffee kochen" und eine Freilandkegelbahn lud zu sportlicher Betätigung ein. Am 11. Juni 1945 starb Paul Klee an den Folgen eines Lungendurchschusses.
 
Die Witwe verpachtete das Restaurant und verkaufte es 1954. 1958 übernahm die staatliche Handelsorganisation (HO) die Gaststätte. 1977/78 wurden Haus und Gaststätte saniert. Dann öffnete der Waldkater wieder, aber nur 20 Monate. Nach einem Jahr Schließung erwarb Familie Grahl Haus und Hof.
 
An einem trüben 8. Januar im Jahre 1982 eröffnete Jürgen Grahl, Küchenmeister und Absolvent der Hotelfachschule, mit wenigen Gästen aber trotzdem optimistisch und voller Ideen den Waldkater wieder, der schnell zu einem Anziehungspunkt im Norden Berlins wurde.
 
Als Spezialitäten wurden asiatische Menüs gereicht. Die Beschaffung der dafür nötigen Waren war nicht immer leicht. Die ersten Stäbchen für die asiatischen Menüs wurden von einem Tischler hergestellt, das entsprechende Keramikgeschirr fertigte eine Künstlerin aus dem Nachbarort, aus Malimostoff wurden Tücher genäht, die mit Pfefferminzöl aromatisiert und erhitzt zu Beginn des Menüs zur Erfrischung gereicht wurden. Die Kellner zeigten den Gästen die Handhabung der Stäbchen, aber es kam ab und zu doch vor, dass Gäste ihre eigene Gabel aus der Tasche zogen, aus Sorge, sie kämen mit den Stäbchen nicht klar und blieben somit ohne Abendessen. Viele Betriebe kamen mit ihrer Belegschaft. Platzreservierungen von einem halben Jahr im voraus waren die Regel. Die "Wendezeit" ging auch am Waldkater nicht spurlos vorüber. Der neue Rad- und Wanderweg zum Liepnitzsee, der an unserem Haus vorbeiführt, lässt so manchen Wanderer eine Erfrischungspause auf der Terrasse einlegen, und im Winterhalbjahr von Oktober bis März können Gäste aus Nah und Fern im kleinen, intimen Rahmen sonnabends Lesungen oder Gespräche mit Künstlern erleben. Vor oder nach den Veranstaltungen besteht die Möglichkeit, in gemütlicher Runde zu speisen oder auch nur bei einem Glase Bier oder Wein zusammen zu sitzen.
 
Hanna Grahl hat sich von Anfang an um das besondere Flair der Gasträume durch ständig wechselnde Ausstellungen von Malerei, Plastik, Fotografie und Kunsthandwerk gekümmert. Über 200 Ausstellungen wurden seit 1982 gestaltet. Bekannte Künstler wie A. Mohr, W. Klemke, H. Metzkes, M. Butzmann, H. Vent, W. Womacka wechselten mit noch unbekannten jungen Künstlern, so dass die "Waldkater-Galerie" über die Jahre zu einer festen Tradition des Hauses wurde.

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